4.3

Finance Skills

Einfaches Kalkulationsschema

Preise, Kosten und Gewinn mit Rabatt, Skonto, Marge und Zuschlag nachvollziehbar berechnen.

So lernst du

  1. 1.Theorie verstehen
  2. 2.Beispiel nachvollziehen
  3. 3.Selbst rechnen und prüfen

Deine Lernziele

Nach diesem Modul kannst du …

  • Eine Einkaufs- und Verkaufskalkulation schrittweise aufbauen.
  • Rabatt, Skonto und Bezugskosten auf die richtige Grundlage anwenden.
  • Selbstkosten, Reingewinn und Nettoerlös berechnen.
  • Bruttogewinn, Marge, Zuschlag sowie fixe und variable Kosten unterscheiden.
Unterrichtsplanung · 8–10 Lektionen anzeigen ▾

1. Einstieg

Den Weg eines Produkts vom Einkauf bis zum Verkaufspreis sichtbar machen.

2. Geführter Aufbau

Einkaufs- und Verkaufskalkulation mit wechselnden Bezugsgrössen aufbauen.

3. Übungsphase

Vorwärts-, Rückwärts- und Angebotsvergleichsaufgaben lösen.

4. Hausaufgabe

Ein vollständiges Kalkulationsschema aus einem Geschäftsfall erstellen.

5. Lernkontrolle

Unbekannte Zwischenstufen sowie Marge und Zuschlag berechnen.

Planungshinweis

Zeitangaben sind Empfehlungen und können an Klasse, Vorwissen und Lektionendauer angepasst werden.

Lernteil

Theorie und Beispiele

1

Das Kalkulationsschema als Rechenweg

Die Einkaufskalkulation führt vom Listenpreis zum Einstandspreis: Listeneinkaufspreis − Lieferantenrabatt = Zieleinkaufspreis; − Lieferantenskonto = Bareinkaufspreis; + Bezugskosten = Einstandspreis.

Die Verkaufs- und Erfolgsseite führt weiter: Einstandspreis + Gemeinkosten = Selbstkosten; + Reingewinn = Nettoerlös. Danach folgt die vollständige Verkaufskalkulation rückwärts: + Kundenskonto = Kreditverkaufspreis; + Kundenrabatt = Katalogpreis exklusive MWST. Erst danach werden MWST und Verkaufspreis inklusive MWST als getrennte Erweiterung berechnet.

Jeder Prozentsatz benötigt seine eigene Bezugsgrösse: Lieferantenrabatt vom Listeneinkaufspreis, Lieferantenskonto vom Zieleinkaufspreis, Gemeinkosten hier vom Einstandspreis, Reingewinn von den Selbstkosten, Kundenskonto vom Kreditverkaufspreis und Kundenrabatt vom Katalogpreis. Die Aufgabe muss diese Grundlage immer eindeutig nennen.

Vollständige Reihenfolge: Listeneinkaufspreis − Lieferantenrabatt = Zieleinkaufspreis; − Lieferantenskonto = Bareinkaufspreis; + Bezugskosten = Einstandspreis; + Gemeinkosten = Selbstkosten; + Reingewinn = Nettoerlös; + Kundenskonto = Kreditverkaufspreis; + Kundenrabatt = Katalogpreis exklusive MWST.

Arbeite Zeile für Zeile, beschrifte Zwischenergebnisse und kontrolliere am Ende rückwärts. So erkennst du leichter, wenn ein Abzug versehentlich addiert oder ein Prozentsatz auf die falsche Basis angewendet wurde.

Rechen- oder Praxisbeispiel

Listenpreis CHF 2'000 − 10 % Rabatt = CHF 1'800; − 2 % Skonto = CHF 1'764; + CHF 80 Bezugskosten = CHF 1'844 Einstandspreis.

2

Rabatt und Skonto

Rabatt und Skonto sind zwei verschiedene Preisnachlässe. Ein Rabatt wird zum Beispiel wegen einer grossen Bestellmenge oder einer Aktion gewährt und bereits auf der Rechnung abgezogen.

Skonto ist ein zusätzlicher Abzug für besonders schnelle Zahlung. Er wird erst vom Betrag nach dem Rabatt berechnet. Deshalb dürfen Rabatt und Skonto nicht einfach zusammengezählt und beide vom Listenpreis berechnet werden.

Bei einer Vorwärtsrechnung gehst du vom höheren zum tieferen Betrag und ziehst den Nachlass ab. 10 % Rabatt bedeuten, dass noch 90 % bezahlt werden.

Bei einer Rückwärtsrechnung ist der Wert nach dem Abzug bekannt. Dann teilst du durch den verbleibenden Prozentsatz: CHF 900 entsprechen nach 10 % Rabatt genau 90 %; CHF 900 / 90 × 100 = CHF 1'000.

Rechen- oder Praxisbeispiel

Listenpreis CHF 1'000 minus 10 % Rabatt ergibt CHF 900 Zielpreis.

Infografik zur richtigen Reihenfolge von Rabatt und Skonto mit Vorwärts- und Rückwärtsrechnung
Zuerst wird der Rabatt vom Listenpreis abgezogen. Der verbleibende Rechnungsbetrag bildet danach die neue Grundlage für den Skonto.
3

Einstandspreis, Gemeinkosten und Reingewinn

Der Einstandspreis zeigt, was die Ware das Unternehmen tatsächlich kostet, bis sie im Betrieb verfügbar ist. Er umfasst den Einkaufspreis nach Preisnachlässen sowie Bezugskosten wie Fracht, Zoll oder Transportversicherung.

Gemeinkosten können nicht direkt einem einzelnen Produkt zugeordnet werden. Dazu gehören zum Beispiel Miete, Administration, Energie oder Werbung. Einstandspreis plus Gemeinkosten ergibt die Selbstkosten.

Die Selbstkosten zeigen die gesamten Kosten eines Produkts. Erst wenn der Verkaufspreis darüber liegt, kann ein Reingewinn entstehen. Selbstkosten plus Reingewinn ergeben den Nettoerlös beziehungsweise Nettoverkaufspreis vor MWST.

Merkschema: Einstandspreis + Gemeinkosten = Selbstkosten; Selbstkosten + Reingewinn = Nettoerlös. Rechne Stufe für Stufe und notiere immer, auf welchen Grundwert sich ein Prozentsatz bezieht.

Rechen- oder Praxisbeispiel

Einstand CHF 80 + Gemeinkosten CHF 32 = Selbstkosten CHF 112; plus Reingewinn CHF 28 = Nettoerlös CHF 140.

Kalkulationstreppe vom Einstandspreis über Gemeinkosten und Selbstkosten bis zum Reingewinn und Nettoerlös
Die Kalkulation wird stufenweise aufgebaut: Einstandspreis plus Gemeinkosten ergibt die Selbstkosten; zusammen mit dem Reingewinn entsteht der Nettoerlös.
4

Bruttogewinn, Marge und Zuschlag

Der Bruttogewinn ist nicht dasselbe wie der endgültige Reingewinn. In der Einzelkalkulation ergibt er sich aus Nettoerlös minus Einstandspreis der verkauften Ware. In der Periodenrechnung wird dazu der Warenaufwand der verkauften Waren verwendet.

Aus dem Bruttogewinn müssen zuerst die Gemeinkosten bezahlt werden. Was danach übrig bleibt, ist der Reingewinn. Deshalb gilt auch: Bruttogewinn = Gemeinkosten + Reingewinn.

Beim Bruttogewinnzuschlag ist der Einstandspreis die Grundlage von 100 %: Bruttogewinn / Einstandspreis × 100. Bei der Bruttogewinnmarge ist der Nettoerlös die Grundlage: Bruttogewinn / Nettoerlös × 100.

Marge und Zuschlag dürfen nicht verwechselt werden. Obwohl der Bruttogewinn in Franken gleich bleibt, entstehen verschiedene Prozentsätze, weil die Bezugsgrössen unterschiedlich sind.

Rechen- oder Praxisbeispiel

Nettoerlös CHF 150 minus Einstand CHF 90 = Bruttogewinn CHF 60; Zuschlag 66,67 %, Marge 40 %.

Vergleich von Bruttogewinnzuschlag und Bruttogewinnmarge mit unterschiedlichen Grundwerten und einem Zahlenbeispiel
Beim Zuschlag ist der Einstandspreis der Grundwert von 100 Prozent, bei der Marge der Nettoerlös. Deshalb unterscheiden sich die Prozentsätze.
5

Fixe und variable Kosten

Fixe Kosten bleiben innerhalb eines bestimmten Zeitraums und Beschäftigungsbereichs insgesamt gleich, auch wenn mehr oder weniger produziert wird. Typische Beispiele sind Monatsmiete, Versicherungen oder feste Grundgebühren.

Variable Kosten verändern sich mit der Menge. Wird doppelt so viel hergestellt, werden normalerweise auch mehr Rohstoffe oder Verpackungen benötigt.

Die gesamten Kosten bestehen aus fixen und variablen Kosten. Die fixen Kosten pro Stück sinken bei einer höheren Menge, weil derselbe Gesamtbetrag auf mehr Stück verteilt wird.

Die Unterscheidung unterstützt Preisentscheide und zeigt, welche Kosten durch eine zusätzliche Bestellung tatsächlich entstehen. In Aufgaben zählt immer das beschriebene Verhalten der Kosten, nicht nur ihre Bezeichnung.

Rechen- oder Praxisbeispiel

Die Hallenmiete bleibt kurzfristig gleich; der Materialverbrauch steigt mit jedem zusätzlich hergestellten Produkt.

Infografik zum Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten mit Beispielen, Kostendiagramm und Stückkostenrechnung
Fixe Gesamtkosten bleiben innerhalb des betrachteten Bereichs gleich, variable Kosten verändern sich mit der Menge. Dadurch sinken die Fixkosten pro Stück bei steigender Menge.

Dynamisches Finance-Training 4.3–4.6

Rechnen mit wechselnden Geschäftsfällen

Wähle Modul und Niveau. Zahlen, Rechenweg und Rückmeldung wechseln; dein aktueller Stand wird automatisch auf diesem Gerät gespeichert.

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4.3 · Grundlagen

Rabatt und Skonto auseinanderhalten

Lernziel: Rabatt und Skonto in der richtigen Reihenfolge berechnen.

Der Katalogpreis einer Warenlieferung beträgt CHF 2'400.00. Der Lieferant gewährt 8 % Rabatt und anschliessend 2 % Skonto.

Ergebnisse
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Formeln auf einen Blick

BilanzAktiven = Fremdkapital + Eigenkapital
ErfolgErtrag − Aufwand = Gewinn (negativ: Verlust)
ProzentwertGrundwert × Prozentsatz ÷ 100
JahreszinsKapital × Zinssatz ÷ 100
EinstandspreisBareinkaufspreis + Bezugskosten
MargeBruttogewinn ÷ Nettoerlös × 100
ZuschlagBruttogewinn ÷ Einstandspreis × 100
Fremdwährung → CHFFremdwährung × Kurs ÷ Kurseinheit
Linear(Anschaffungswert − Restwert) ÷ Nutzungsdauer
MWST rückwärtsBrutto ÷ (100 + Satz) × 100

Glossar

Debitoren
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Kundschaft schuldet dem Unternehmen Geld.
Kreditoren
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen: Das Unternehmen schuldet Lieferanten Geld.
Soll / Haben
Linke und rechte Kontoseite; erst die Kontoart bestimmt die Wirkung.
Netto / Brutto
Betrag ohne MWST / Betrag inklusive MWST.
Liquidität
Fähigkeit, fällige Zahlungen rechtzeitig zu leisten; sichtbar insbesondere bei Kasse und Bank.
Buchwert
Anschaffungswert abzüglich der bisher verbuchten Abschreibungen.

Anwendung

Übungsaufgaben

Notiere Rechenweg, Ergebnis und Erklärung. Die Prüfung zeigt dir sofort, was richtig ist und was noch fehlt.

1

Auswahlaufgabe

Verkaufspreis aufbauen

Einstandspreis CHF 80; Gemeinkosten 40 % vom Einstandspreis; Reingewinn 25 % der Selbstkosten; Kundenrabatt 12,5 % vom Katalogpreis. Prüfe die berechneten Stufen.

Wähle alle richtigen Antworten aus
2

Auswahlaufgabe

Bruttogewinn beurteilen

Ein Produkt wird für CHF 150 verkauft und kostet im Einkauf CHF 90. Wähle alle richtigen Aussagen aus.

Wähle alle richtigen Antworten aus
3

Auswahlaufgabe

Rabatt und Skonto richtig anwenden

Listenpreis CHF 2'000, Rabatt 10 %, danach 2 % Skonto. Wähle die richtige Reihenfolge und alle richtigen Beträge.

Wähle alle richtigen Antworten aus
4

Auswahlaufgabe

Kalkulationsstufen verbinden

Einstandspreis CHF 80, Gemeinkosten 20 % vom Einstand und Reingewinn 25 % der Selbstkosten. Wähle alle richtigen Ergebnisse.

Wähle alle richtigen Antworten aus
5

Auswahlaufgabe

Einstandspreis berechnen

Nettoeinkaufspreis CHF 2'700 und Bezugskosten CHF 180. Welche Ergebnisse stimmen?

Wähle alle richtigen Antworten aus
6

Auswahlaufgabe

Selbstkosten bestimmen

Einstandspreis CHF 125 und Gemeinkosten 32 % vom Einstand. Wähle die richtigen Werte.

Wähle alle richtigen Antworten aus
7

Auswahlaufgabe

Marge oder Zuschlag erkennen

Nettoerlös CHF 250, Einstandspreis CHF 150. Welche Aussagen stimmen?

Wähle alle richtigen Antworten aus
8

Auswahlaufgabe

Fixe und variable Kosten zuordnen

Welche Kosten verhalten sich in der beschriebenen Situation richtig?

Wähle alle richtigen Antworten aus
9

Anwendung · Rechenauftrag

Vollständige Verkaufskalkulation

Einstandspreis CHF 80; Gemeinkosten 40 % vom Einstandspreis; Reingewinn 25 % der Selbstkosten; Kundenrabatt 12,5 % vom Katalogpreis. Berechne jede Stufe selbst.

Ergebnisse selbst berechnen
10

Transfer · Rechenauftrag

Zwei Lieferantenangebote vergleichen

Angebot A: Listenpreis CHF 2'000, 10 % Rabatt, 2 % Skonto, CHF 80 Bezugskosten. Angebot B: Listenpreis CHF 1'950, 5 % Rabatt, 3 % Skonto, CHF 30 Bezugskosten. Berechne beide Einstandspreise.

Ergebnisse selbst berechnen
11

Grundlage · Rechenauftrag

Einstandspreis vollständig berechnen

Ein Schweizer Handelsbetrieb kauft Büromöbel zum Listeneinkaufspreis von CHF 4'800. Der Lieferant gewährt 15 % Rabatt und 2 % Skonto. Die Bezugskosten betragen CHF 130. Berechne alle Stufen bis zum Einstandspreis.

Ergebnisse selbst berechnen
12

Anwendung · Rechenauftrag

Selbstkosten und Nettoerlös aufbauen

Ein Produkt hat einen Einstandspreis von CHF 240. Die Gemeinkosten betragen 35 % des Einstandspreises, der Reingewinn 20 % der Selbstkosten. Berechne Gemeinkosten, Selbstkosten, Reingewinn und Nettoerlös.

Ergebnisse selbst berechnen
13

Transfer · Rechenauftrag

Verkaufskalkulation rückwärts ergänzen

Ein Unternehmen benötigt einen Nettoerlös von CHF 1'764. Es gewährt 2 % Kundenskonto und 10 % Kundenrabatt. Berechne rückwärts den Kreditverkaufspreis und den Katalogpreis exklusive MWST.

Ergebnisse selbst berechnen
14

Transfer · Rechenauftrag

Zwei Lieferantenangebote vollständig vergleichen

Angebot A: Listeneinkaufspreis CHF 12'500, 8 % Rabatt, 2 % Skonto und CHF 250 Bezugskosten. Angebot B: Listeneinkaufspreis CHF 12'100, 4 % Rabatt, 3 % Skonto und CHF 180 Bezugskosten. Berechne beide Einstandspreise und den Preisvorteil des günstigeren Angebots.

Ergebnisse selbst berechnen

Deine Eingaben werden automatisch auf diesem Gerät zwischengespeichert.

Unterrichtsmaterial

Arbeitsblatt und Lehrpersonenlösung

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