LernpfadBusiness SkillsLernziele 5.8–5.11
5.8–5.11

Business Skills · BWL, VWL und Marketing · VSH-Niveau K2

Konjunktur, Geld und Globalisierung

Wirtschaftslage, Geldwertstörungen, wirtschaftspolitische Ziele und weltweite Verflechtung einordnen.

So lernst du

  1. 1.Theorie verstehen
  2. 2.Beispiel nachvollziehen
  3. 3.Fall lösen und prüfen

VSH-Reglement Business 2025

Das kannst du nach diesem Modul

  • Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung/Rezession und Tiefphase/Depression anhand von Indikatoren beschreiben (5.8).
  • Merkmale, Ursachen und Folgen von Inflation, Deflation und Stagflation erklären (5.9).
  • Wirtschaftspolitische Ziele sowie Harmonien und Konflikte zwischen ihnen beschreiben (5.10).
  • Chancen und Gefahren der Globalisierung mit vollständigen Wirkungsketten beurteilen (5.11).

Die Zuordnung dient der transparenten Unterrichtsplanung. Das Lernmittel ist am VSH-Reglement ausgerichtet, aber keine offizielle Publikation oder Zertifizierung des VSH.

Unterrichtsplanung und Bewertung anzeigen ▾
  1. 1.Aktuelle Wirtschaftslage mit Indikatoren beschreiben
  2. 2.Konjunktur, Geldwert und Ziele verknüpfen
  3. 3.Globalisierungsfall mit Chancen und Risiken beurteilen
  4. 4.Begründete wirtschaftspolitische Empfehlung

Bewertung: Fachliche Richtigkeit, passende Fachbegriffe, nachvollziehbare Begründung und Anwendung auf den Geschäftsfall beurteilen. Gleichwertige Lösungen sind anzuerkennen.

Lernteil

Theorie und Beispiele

1

Konjunkturzyklus und BIP

Konjunktur bezeichnet Lage und Entwicklung einer Volkswirtschaft. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) misst den Wert aller im Inland während einer Periode hergestellten Endprodukte und Dienstleistungen.

Der Konjunkturzyklus umfasst Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung (Rezession) und Tiefphase (Depression). Produktion, Beschäftigung, Investitionen und Preise verändern sich je nach Phase.

Das nominale BIP wird mit laufenden Preisen gemessen. Das reale BIP bereinigt Preisveränderungen und eignet sich deshalb besser, um die produzierte Menge über die Zeit zu vergleichen. Das BIP pro Kopf verteilt die Wirtschaftsleistung rechnerisch auf die Bevölkerung.

Das BIP ist ein wichtiger, aber begrenzter Wohlstandsindikator. Unbezahlte Arbeit, Einkommensverteilung, Umweltbelastungen, Gesundheit und Lebensqualität werden nur unvollständig oder gar nicht abgebildet.

Konjunkturphasen sind keine exakt gleich langen Abschnitte. Zur Beurteilung werden mehrere Indikatoren gemeinsam betrachtet, beispielsweise Aufträge, Produktion, Auslastung, Arbeitslosigkeit, Investitionen und Konsumstimmung.

Praxisbeispiel

Steigende Aufträge, Investitionen und Beschäftigung sprechen für einen Aufschwung; sinkende Nachfrage und zunehmende Arbeitslosigkeit für einen Abschwung.

Konjunkturkurve mit Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung beziehungsweise Rezession und Tiefphase beziehungsweise Depression
Die wirtschaftliche Aktivität schwankt um einen langfristigen Trend. Nach der Tiefphase (Depression) kann ein neuer Aufschwung beginnen.
2

Inflation, Deflation und Stagflation

Inflation bedeutet: Das allgemeine Preisniveau steigt über längere Zeit. Mit dem gleichen Geld kann man weniger kaufen – die Kaufkraft sinkt.

Deflation bedeutet: Das allgemeine Preisniveau sinkt über längere Zeit. Menschen und Unternehmen verschieben Käufe möglicherweise, weil sie mit noch tieferen Preisen rechnen. Dadurch kann die Wirtschaft weiter gebremst werden.

Stagflation bedeutet: Die Preise steigen, obwohl die Wirtschaft kaum oder gar nicht wächst. Gleichzeitig kann die Arbeitslosigkeit steigen. Das macht Gegenmassnahmen besonders schwierig.

Inflation kann unter anderem durch stark steigende Gesamtnachfrage, höhere Produktionskosten oder importierte Preissteigerungen entstehen. Sie trifft Haushalte unterschiedlich, erschwert Planung und verteilt Kaufkraft zwischen Schuldnern und Gläubigern neu.

Deflation ist nicht mit einzelnen sinkenden Preisen zu verwechseln. Gefährlich wird ein breit sinkendes Preisniveau, wenn Käufe und Investitionen aufgeschoben werden, Umsätze fallen und reale Schuldenlasten steigen.

Gemessen wird die Preisentwicklung mit einem Preisindex für einen festgelegten Warenkorb. Die persönliche Teuerung kann davon abweichen, weil Haushalte unterschiedliche Güter und Dienstleistungen kaufen.

Praxisbeispiel

Kostet ein vergleichbarer Warenkorb nach einiger Zeit mehr, spricht dies für Inflation. Werden viele Güter allgemein günstiger und Käufe aufgeschoben, kann Deflation vorliegen. Steigen Preise bei schwacher Produktion, ist Stagflation möglich.

Vergleich von Inflation, Deflation und Stagflation mit Preisentwicklung, Kaufkraft und Wirtschaftslage
Inflation, Deflation und Stagflation unterscheiden sich durch die Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus und der Wirtschaft.
3

Wirtschaftspolitische Ziele

Staat und Schweizerische Nationalbank beeinflussen Rahmenbedingungen. Zentrale Ziele sind Preisstabilität, hohe Beschäftigung, angemessenes Wachstum, aussenwirtschaftliches Gleichgewicht, gerechte Verteilung, gesunde öffentliche Finanzen und Umweltschutz.

Ziele können harmonieren, neutral sein oder in Konflikt stehen. Eine Massnahme zur Wachstumsförderung kann beispielsweise Beschäftigung verbessern, aber Umweltbelastung oder Inflation erhöhen.

Die Finanzpolitik des Staates wirkt über Einnahmen und Ausgaben. Die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank beeinflusst die monetären Bedingungen mit dem vorrangigen Ziel der Preisstabilität und berücksichtigt dabei die Konjunktur. Die beiden Bereiche haben unterschiedliche Zuständigkeiten.

Wirtschaftspolitische Massnahmen wirken oft zeitverzögert und können Nebenwirkungen haben. Eine gute Beurteilung nennt Ziel, Instrument, gewünschte Wirkung, mögliche Gegenwirkung und betroffene Gruppen.

Praxisbeispiel

Ein Infrastrukturprogramm schafft Arbeit und fördert Wachstum. Es kann aber Staatsausgaben und Ressourcenverbrauch erhöhen – ein möglicher Zielkonflikt.

4

Chancen und Risiken der Globalisierung

Globalisierung ist die zunehmende internationale Verflechtung von Wirtschaft, Politik, Kommunikation und Kultur. Spezialisierung, grössere Märkte und Wissenstransfer können Wohlstand fördern.

Risiken sind Abhängigkeiten, ungleiche Arbeitsbedingungen, Umweltschäden, Verlagerung von Arbeitsplätzen und anfällige Lieferketten. Eine Beurteilung nennt immer Betroffene und Folgen.

Prüfungsantworten formulieren eine vollständige Wirkungskette: Ursache, Chance oder Gefahr und konkrete Folge. Typische Chancen sind neue Absatzmärkte, günstigere Beschaffung und Zugang zu Fachwissen; typische Gefahren sind Wechselkursrisiken, politisch bedingte Lieferausfälle und zusätzlicher Wettbewerbsdruck.

Internationale Arbeitsteilung ermöglicht Spezialisierung: Länder und Unternehmen konzentrieren sich auf Leistungen, die sie vergleichsweise günstig oder gut erstellen. Dadurch können Auswahl und Produktivität steigen, gleichzeitig wachsen gegenseitige Abhängigkeiten.

Freihandel reduziert Handelshemmnisse; Protektionismus schützt mit Zöllen, Kontingenten oder Vorschriften bestimmte inländische Bereiche. Beide Ansätze haben Gewinner, Verlierer und Zielkonflikte. Nachhaltigkeit verlangt zusätzlich, soziale und ökologische Folgen entlang der Lieferkette zu beurteilen.

Praxisbeispiel

Ein Schweizer Unternehmen verkauft weltweit und beschafft günstiger. Gleichzeitig wird es abhängig von Transportwegen, Wechselkursen und ausländischen Lieferanten.

Gegenüberstellung der Chancen und Risiken der Globalisierung rund um ein international tätiges Unternehmen
Globalisierung eröffnet grössere Märkte, günstigere Beschaffung und Zugang zu Wissen, schafft aber auch Abhängigkeiten und neue Risiken.

Anwendung

Übungsaufgaben

Begründe deine Lösung mit Fachbegriffen. Die Prüfung zeigt dir Kernaussagen, fehlende Punkte und eine Musterlösung.

1

Anwendung · Praxisauftrag

Sinkende Wirtschaft, steigende Preise

Die Produktion und die Beschäftigung sinken. Gleichzeitig steigen viele Preise. Bearbeite die vier Schritte der Reihe nach.

  1. 1Konjunktur: In welcher Phase befindet sich die Wirtschaft?
  2. 2Begründung: Welche zwei Angaben aus der Ausgangslage zeigen diese Phase?
  3. 3Geldwert: Wie heisst die Verbindung aus schwacher Wirtschaft und steigenden Preisen?
  4. 4Politik: Warum ist diese Situation schwierig zu bekämpfen?
2

Anwendung · Praxisauftrag

Neue internationale Bahnverbindung

Der Staat fördert eine neue Bahnverbindung ins Ausland. Untersuche das Vorhaben Schritt für Schritt.

  1. 1Ziele: Welche zwei wirtschaftspolitischen Ziele kann die Bahnverbindung unterstützen?
  2. 2Wirkung: Wie kann sie diese beiden Ziele unterstützen?
  3. 3Zielkonflikt: Welcher Nachteil kann gleichzeitig entstehen?
  4. 4Chancen: Nenne zwei Vorteile der internationalen Verbindung für Schweizer Unternehmen.
  5. 5Risiken: Nenne zwei mögliche Nachteile oder Abhängigkeiten.
3

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Globalisierung mit Wirkungsketten repetieren

Ein Schweizer Hersteller produziert in Europa und Asien und verkauft weltweit. Wähle alle realistischen Chancen und Gefahren aus. Ergänze freiwillig eine weitere Wirkungskette in einem ganzen Satz.

Passende Aussagen auswählen
4

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Konjunkturphasen sicher unterscheiden

Wähle die passenden Merkmale zu Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung/Rezession und Tiefstand/Depression.

Passende Aussagen auswählen
5

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Geldwertstörungen vergleichen

Wähle alle richtigen Aussagen zu Inflation, Deflation und Stagflation.

Passende Aussagen auswählen
6

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Wirtschaftspolitische Zielkonflikte

Der Staat fördert die Nachfrage stark, obwohl Preise bereits deutlich steigen. Wähle die fachlich nachvollziehbaren Wirkungen und Zielkonflikte.

Passende Aussagen auswählen
7

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Globalisierung für ein KMU beurteilen

Ein Schweizer KMU bezieht ein wichtiges Bauteil nur aus einem Land und verkauft neu weltweit. Wähle Chancen, Risiken und geeignete Reaktionen.

Passende Aussagen auswählen
8

Anwendung · Interaktive Lernkontrolle

Konjunkturdaten einer Volkswirtschaft deuten

Das reale BIP wächst deutlich, die Auslastung ist hoch und Fachkräfte werden knapp. Wähle passende Aussagen zur Konjunkturphase.

Passende Aussagen auswählen
9

Grundlage · Interaktive Lernkontrolle

Geldwertstörungen in einem Fall unterscheiden

Wähle die fachlich richtigen Beschreibungen von Inflation, Deflation und Stagflation.

Passende Aussagen auswählen
10

Transfer · Interaktive Lernkontrolle

Magisches Vieleck: Zielkonflikt beurteilen

Der Staat stimuliert die Nachfrage stark, um Beschäftigung zu sichern. Gleichzeitig steigen Preise und Staatsverschuldung. Wähle die tragfähigen Beurteilungen.

Passende Aussagen auswählen
11

Transfer · Interaktive Lernkontrolle

Globalisierung einer Schweizer KMU-Lieferkette

Ein Schweizer Medizintechnik-KMU bezieht Bauteile aus drei Ländern und verkauft weltweit. Wähle Chancen, Risiken und geeignete Reaktionen.

Passende Aussagen auswählen

Deine Eingaben werden auf diesem Gerät automatisch zwischengespeichert.

Unterrichtsmaterial

Arbeitsblatt und Musterlösung

Alle Aufgaben dieses Moduls können als Arbeitsblatt oder als Lösungsschlüssel gedruckt und im Druckdialog als PDF gesichert werden.